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Note: ungenügend

Ich kann kein Französisch. Kein Englisch, kein Bio, kein Mathe.   

Ich sitze hier vor einem weißen Blatt mit schwarzer Schrift. Mit Buchstaben die für mich keine Wörter bilden.

Französisch.

Ich könnte heulen.

Vor Verzweiflung? Dass ich nicht

mals mehr verstehe, wie meine Aufgabe lautet? Oder vor Scham, wenn meine Lehrerin meine Klausur korrigiert und auf einen mickrigen Satz stößt: "Je ne sais pas parler francais" ? Fraglich ob selbst dieser Satz richtig ist.

 

Es istdeprimerend von sich behaupten zu müssen, dass man dumm ist. Gerne wäre ich eine von der Sorte Mensch, die sich unheimlich viel Wissen aneignen können.  Deren Finger an jedem Tag, in jeder Stunde, bei jeder Frage eifrig aufzeigen und gierig darauf wartenvom Lehrer ausgewählt zuwerden um voller Stolz die richtige Antwort preiszugeben.

 

Ich will schlau sein. Verstehen können.

Stattdessen lächel ich immer nur verschämt, wenn ich völlig unerwartet drangenommen werde und eine Antwort, natürlich nur die richtige, von mir geben soll und verstehe nicht mals mehr die Frage.

 

Mein Verlanen nach einer Zigarette steigt stetig. Lieber würde ich jetzt draußen stehen und eine Fluppe rauchen, das Nikotin, das sich  in Sekundenschnelle vor zu meinem Gehirn drängt genießen anstatt mir hier immer weiter über meine mangelnde Intelligenz bewusst zu werden.

In meinem Belohnungszentrum macht sich das Nikotin breit und stößt Glücksgefühle aus.

Zigarette. Feuer. Qualm. Lunge. Ruhe.

Es würde mich jetzt beruhigen. Es würde mich tanzen lasse.

Wäre ich zu Hause wäre es gar kein Problem meine Packung Zigaretten, meinePackung Tod, herauszuhlen und mir eine Zigarette zu genehmigen.

Meine Eltern akzeptieren, dass ich rauche. Sie heißen es nicht gt, aber tollerieren es als Cannabisersatz.

Ich könnte froh sein, dass meine Eltern nicht gleich den Teufel an die Wand gemalt haben und mir des öfteren auch schon Lungenkrebserreger gesponsort haben. Allerdings wünschte ich mir manchmal, das meine Eltern anders reagiert hätten. Dass sie mir das Rauchen nur draußen erlaubt hätten, sodass ich für jede einzelne Zigarette meine Schuhe hätte anziehen und einen Raucherfreundlichen Platz hätte aufsuche müssen.

Mein Konsum hat sich jetzt definitiv gesteigert.

19-34 Zigaretten.

Ich weiß, dass es mich töten kann.

Doch ich höre und öre einfach nicht auf. Es ist viel zu seh zu meinem Alltag mutiert.

Aufstehen: Zigarette ; Nach dem Essen: Zigarette ; An der Haltestelle: Zigarette ; in der Pause: Zigarette ; Langeweile: Zigarette ; Stress: Zigarette

Ich bin süchtig.

Es klingt komich, aber wahrscheinlich is es wahr. Und wahrscheinlich ist es nichtmals schlimm, weil ich sicher bin, dass jeder Mensch eine Sucht mit sich trägt.

...

Ich bin froh, dass ich direkt am Fenster sitze. Aus dem Fenster schauen und die Welt beobachten kann.

Die Häuser, auf die men Blick fällt sindstarr. Regungslos. Nichts bewegt sich. Keine Fenster die geöffnet werden, keine Gesichter die aus dem Fenster blicken und keiner der seine Wäsche zum trocknen auf den Balkon hängt. Es wirkt lieblos. Kalte Außenwände und keinerlei Dekorationen. Nicht auf dem Balkon und nicht an den Fensterscheiben. Ich höre einen Vogel singen. Ich mag das Zwitschern der Vögel. Diese Freude der Natur.

 

Immer bemüht und konzentriert wirken.

Meine Lehrerin ist grade durch die Reihen geschlendert und hat den Schülern über die Schulter geschaut. Als sie an meinem Platz war, versteckte ih meine notierten Gedanken und trank einen Schluck Wasser.

"Ca va? Ca va Juliane?" fragte meine Lehrerin mit einer unfassbar lieblichen Stmme. Strahlend bis über beide Ohren antwortet ich mit einem sicheren und überzeugenden: "Oui".

 Sie hatte mich die ganze Zeit schreiben sehen. Sie ist bestimmt davon überzeugt, dass ich trotz meiner zahlreiche unentschuldigten Fehlstunden noch eine akzeptable Klausur abliefern kann. Ich will nicht wissen, was sie von mir denken mag, wenn sie meine sechs Wörter liest. Sechs Wörter habe ich auf französisch schreiben können. Und ich hatte 90Minuten Zeit.

4.2.11 14:41
 


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